Handweberei

Handweberei

Das Weben gehört zu den ältesten Handwerken der Menschheit. Heute wird es für die Textilherstellung kaum noch von Hand ausgeführt – trotzdem ist die Theorie die gleiche geblieben.

Durch die Praktizierung von Hand ist das Verständnis für den Prozess der Stoffherstellung nachvollziehbar und erlebbar. Der Erhalt und die Förderung des Weberei-Handwerks ermöglicht es, mithilfe der zugrunde liegenden Techniken der Abläufe, dieses Wissen im wörtlichen Sinn begreifbar zu machen.

Aus den strukturierten Abläufen am Webstuhl, den entstehenden Musterungen und der Fachsprache gehen Entwicklungen im Bereich der Kulturgeschichte, des kulturellen Austausches und der Symbolik, wie auch der industriellen Entwicklung hervor.

Die Kenntnisse der Technik zur Gewebeherstellung dienen dem uralten Bedürfnis der Menschheit, sich zu verhüllen, darzustellen und gestalterisch auszudrücken.

Text & Textil

Text & Textil

Lange Zeit nahm die textile Produktion auch in unserer Kultur einen großen Platz im Alltag der Menschen ein. Das uralte Handwerk der Gewebeherstellung prägte die Sprache.

Text und Textilien kommen beide durch ihre Oberfläche zur Geltung, Gewebe sind im Gegensatz zu Texten jedoch haptisch. Die Haptik eines Stoffes ist begreifbar, löst Gefühle aus. Vergleiche boten sich an.

Begriffe aus der Textilproduktion wurden verwendet um innere Vorgänge, menschliche Entwicklungen und Gemütsverfassungen bildlich zu umschreiben. Der lateinische Wortstamm texere für «weben – flechten – zusammenfügen» zeugt von der Verbundenheit und der Ähnlichkeit in der inneren Struktur der beiden Begriffe «Text» und «Textil».

«Textile Metaphern (…) zeugen davon, dass der Prozess des Denkens selbst als ein Verweben begriffen wird. Offenbar lassen sich manche Vorgänge in unserem Gehirn nicht beschreiben, ohne auf die Handgriffe und Eigenarten der Textilherstellung zurückzugreifen.»
zitiert nach: Mary Schoeser, Textilien: Handwerk und Kunst, 2013

Leitfaden

Leitfaden

Das Label «gret …den Faden wieder aufnehmen» setzt sich mit den folgenden vier Themenbereichen auseinander.

Stoff

Verarbeitung und Produktion von Stoff.
Ein Stoff als Grundlage…, eine Idee…, und die Umsetzung beginnt.

Projekte

Begleitung, Unterstützung, Organisation und Raum für Projekte und künstlerische Anlässe im thematischen Zusammenhang.

Immaterielles Kulturgut

Förderung von Aneignung, Pflege und Weitergabe von Wissen rund um das Handwerk der Handweberei.
Die Nachvollziehbarkeit der Produktion und die Beschäftigung mit der Entwicklung von Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten stehen im Vordergrund.

Slow-Work

Herstellung aufwändiger und zeitintensiver Produkte in Handarbeit.
Die selbst hergestellten Stoffe aus natürlichen Faserstoffen können eine besondere Ausstrahlung vermitteln und Nachhaltigkeit spürbar machen.